Heizungswartungs-Intervalle

Der Gesetzgeber schreibt die regelmäßige Wartung von Heizungsanlagen vor, Hersteller knüpfen oft eine Gewährleistung daran. Wie oft muss man tatsächlich warten lassen?

§ 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 verpflichtet alle Betreiber von Heizungsanlagen zu einer regelmäßigen Wartung: „Heizungs- und Warmwasseranlagen sowie raumlufttechnische Anlagen sind sachgerecht zu bedienen, zu warten und instand zu halten“, heißt es in Satz 3. „Für die Wartung und Instandhaltung ist Fachkunde erforderlich.“ Über die genauen Intervalle der Heizungswartung aber gibt der Gesetzgeber keine Auskunft. Was aber ist „regelmäßig“?

Gewährleistung oder Garantie? Die Rechte der Verbraucher

Die Gewährleistung auf die Heizungsanlage beträgt laut BGB fünf Jahre; Garantieleistungen werden jedoch in aller Regel nur gewährt, wenn ein festgelegter Wartungsintervall eingehalten wurde. Meist macht der Hersteller hierfür die jährliche Wartung durch einen (zugelassenen) Fachbetrieb zur Voraussetzung.


Was ist was? Gewährleistung und Garantie

Die Gewährleistung (Mängelhaftung) ist die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht des Verkäufers, für Sach- oder Rechtsmängel am verkauften Gegenstand aufzukommen oder Abhilfe zu schaffen. Diese Mängel müssen bereits zum Zeitpunkt des Verkaufes bestanden haben. Die Gewährleistungsfrist beträgt 24 Monate (§ 438 BGB). Dem Käufer entsteht im Gewährleistungsfall der Anspruch auf Nacherfüllung, das Recht zum Rücktritt, zur Minderung oder auf Schadenersatz.

Die Garantie ist eine freiwillig vereinbarte Verpflichtung. Sie kann frei gestaltet werden – sowohl bezüglich der Frist als auch bezüglich ihrer Reichweite. Auch die Umsetzung der Garantie kann vom Verkäufer definiert werden (Austausch, Reparatur, freie oder unfreie Zusendung etc.). Der Schaden muss nach dem Kauf auftreten (sonst wäre es ein Gewährleistungsfall).

Wartung oder Instandhaltung? Was die Heizungswartung umfasst

Die DIN-Norm 31051 subsummiert unter einer „Wartung“ alle „Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrates der Betrachtungseinheit“. Das umfasst auch den Austausch sicherheitsrelevanter Bauteile, Reinigungen, Nachjustierungen (nicht den hydraulischen Abgleich!), Auffüllen von Betriebsstoffen und Ähnliches. Auch Verschleißteile am Ende ihres normalen Lebenszyklus werden im Rahmen einer Wartung ausgetauscht. Werden dagegen tatsächliche Defekte behoben, wird aus der Wartung eine Instandsetzung.

Schornsteinfeger oder Installateur? Wer die Wartung durchführt

Der jährliche Schornsteinfegerbesuch ist Pflicht. Aber Achtung: Das erfüllt nicht die vom Hersteller vorgeschriebene jährliche Prüfung der Heizungsanlage! Der Schornsteinfeger misst lediglich, ob die Abgaswerte der Heizung mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmen. Für die eigentliche Wartung ist der Fachinstallateur zuständig. Und auch, wenn keine Gewährleistung oder Garantie mehr besteht, wird beispielsweise vom BDHW eine jährliche Überprüfung der Anlage empfohlen.

Nicht vergessen – Handwerkerkosten sind absetzbar!

Immerhin: Die Kosten für die Heizungswartung sind teils steuerlich absetzbar. 20 % des Handwerkerlohns für Arbeiten im (selbst bewohnten) Eigenheim können so angerechnet werden – bis zu maximal 1.200 Euro pro Jahr. Die gezahlte Mehrwertsteuer, Verbrauchsmittel und Anfahrtskosten können einberechnet werden. Wichtig ist nur, dass das Geld überwiesen wird (keine Barzahlungen). Diese steuerliche Absetzbarkeit gilt übrigens ebenso für die Heizungsmodernisierung!

(Foto: Fotolia/Alexander Raths)

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