Welche Heizung ist die beste?

Die beste Heizung gibt es nicht – zu viele Faktoren spielen bei der Heizungsmodernisierung eine Rolle. Um die Entscheidung zu erleichtern, liefern wir Ihnen hier erste Anhaltspunkte. Lassen Sie sich aber in jedem Fall auch vom Installateur Ihres Vertrauens beraten. Oder wenden Sie sich unverbindlich an uns!

Gasbrennwertheizungen


+   geringe Investitionskosten
+   unkompliziert nachrüstbar
+   ausgereifte Technik
–   geringer, aber im Vergleich höchster CO2-Ausstoß

Ist ein Gas-Hausanschluss möglich, punktet die Gasbrennwertheizung mit ihrem relativ geringen Preis. Die Einsparungen fallen jedoch geringer aus als beispielsweise bei Gaswärmepumpen, da weiterhin ein Brennstoff als primärer Energieträger genutzt wird.

Brennwertheizungen greifen auf eine inzwischen seit Jahren immer weiter optimierte Technik zurück. Sie sind zuverlässig, wartungsarm und besitzen eine hohe Energieeffizienz. Zudem kann von einer älteren Heizung – einen Gas-Hausanschluss oder die Möglichkeit eines solchen vorausgesetzt – relativ unkompliziert umgerüstet werden. Die bestehenden Leitungen und Heizkörper können oft weiterverwendet werden.

Der Nachteil der Gasbrennwertheizung ist, dass natürlich weiterhin CO2 freigesetzt wird, wenngleich in deutlich geringerem Maß als beispielsweise bei einer Ölheizung. Eine weitere Verbesserung der Ökobilanz kann durch die Nutzung von Bio-Erdgas erzielt werden. Da dieses jederzeit nachproduziert werden kann, bietet die Erdgas-Brennwertheizung eine hohe Versorgungssicherheit.

Die Preise für eine Gasbrennwertheizung liegen im mittleren vierstelligen Bereich. Ab rund 5.000 Euro sind bereits hochwertige Modelle zu haben. Zudem gibt es auch für Gasbrennwertheizungen Förderungen, die bei der Heizungssanierung unterstützen – und als Tarif inklusive Heizungssanierung den Wärmeheizkomfort.

Gaswärmepumpe


+   sehr umweltfreundlich und effizient
+   wartungsarm
+   vielseitig einsetzbar – auch für Warmwasser und Kühlung
   meist nur bei Flächenheizungen sinnvoll
   hohe Investitionen

Das große Plus der Gaswärmepumpe ist ihre hohe Effizienz, das Minus ihr Preis. Außerdem müssen für optimale Einsparungen die Voraussetzungen stimmen.

Gaswärmepumpen werden in der Regel für Flächenheizungen (v. a. Fußbodenheizungen) empfohlen. Dies hängt damit zusammen, dass mittels Wärmepumpe (je nach Modell) lediglich Vorlauftemperaturen von 55 bis maximal 60° C erzielt werden können. Diese Temperatur reicht für die Beheizung über Standard-Radiatoren (normale Heizkörper bspw. einer Ölheizung) nicht aus. Soll die Wärmepumpe dennoch in Verbindung mit den bestehenden Radiatoren betrieben werden, müssen in der Regel zumindest einige von ihnen gegen größere ausgetauscht werden.

Die geringe Vorlauftemperatur ist auch der Grund, warum die beliebten Frischwasserstationen nur bedingt für den Betrieb mit einer Wärmepumpe geeignet sind. Für sie wären nämlich Warmwassertemperaturen über 60° C erforderlich, um einen Legionellenbefall auszuschließen. Tatsächlich ruht bei kleineren Durchlauferhitzern das Wasser meist nicht lange genug, um Legionellen einen Boden zu bieten. Hier gilt jedoch in jedem Fall: Fachmann zu Rate ziehen!

Ist für die Wärmepumpe eine entsprechende Wärme-Bezugsquelle vorhanden, ist theoretisch ein Betrieb ohne weitere Heizungsunterstützung möglich. Dies muss vorab geklärt werden. Optimal sind Geo- und Grundwasserthermie; beide Varianten sind aber aufgrund der Probe- und finalen Bohrungen sehr teuer. Luftwärmepumpen, als Wärmepumpen, die die Wärme aus der Luft beziehen, können überall eingesetzt werden – bedürfen aber im Winter immer der Unterstützung einer anderen Heizung, bspw. durch Gas.

Die Preise für Gaswärmepumpen variieren je nach gewähltem System stark, bewegen sich aber inklusive Installation im fünfstelligen Bereich. Förderungen unterstützen Hausbauer und Modernisierer, die sich für diese umweltschonende Heizungsvariante entscheiden.

Gasbrennwertheizung plus Solarthermie


+   kostenlose Energiequelle
   nicht überall nachrüstbar
   teuer

Die Sonne ist kostenlos für alle da und völlig CO2-frei. Solarthermie ist daher als umweltschonende Ergänzung zur Gasbrennwertheizung eine großartige Idee – die allerdings erst einmal finanziert werden will.

Die Vorteile dieser Heizungsmethode liegen auf der Hand: Wer die Sonne als Energiequelle nutzt, der muss dafür nicht bezahlen. Die Technik dafür hat allerdings ihren Preis. Und benötigt Platz. Das ist auch der große Nachteil der Solarthermie: Sie kann nur umgesetzt werden, wenn eine Dachfläche in der richtigen Größe, Ausrichtung und Stabilität zur Verfügung steht und zudem Platz für den Speicher vorhanden ist.

Die Kosten einer Solarthermie-Anlage sind schwer bezifferbar, denn sie hängen von der Wahl der Kollektoren ebenso ab wie von der zur Verfügung stehenden Dachfläche. Die effizienteren Vakuumröhrenkollektoren sind teurer als Flachkollektoren. Bei ersteren muss man mit rund 600–750 Euro pro Quadratmeter rechnen, bei den Flachkollektoren mit rund 250–300 Euro, jeweils zuzüglich einem vierstelligen Betrag für die Installation von Pumpen und Anlage und den Kosten für den Speicher. Dessen Größe hängt von der Anzahl der Personen im Haushalt ab, der Preis von der Größe – und variiert daher zwischen 1.000 und 3.000 oder mehr Euro.

Grundsätzlich ist die Nachrüstung eines Bestandsbaus teurer als die Installation beim Neubau. Aufgrund der hohen Kosten und der langen Amortisationszeit lohnt sich Solarthermie nur für jene Hausbesitzer, die ganz bestimmt noch sehr lange in ihren vier Wänden bleiben möchten.

Stromerzeugende Heizung


+ Einsparungen bei Heiz- und Stromkosten
+ Vergütung für eingespeisten Strom
in kleinen/Niederigenergiehäusern oft unwirtschaftlicher Betrieb
ggf. Zusatzheizung erforderlich
teuer


Mikro- oder Nano-Blockheizkraftwerke (BHKW) gibt es inzwischen auch für kleinere Wohngebäude. Optimal ausgereift ist die Idee „KWK für Einfamilienhäuser“ aber noch nicht.

KWK, das steht für Kraft-Wärme-Kopplung. Die stromerzeugenden Heizungen oder Mikro-BHKWs (bzw. inzwischen auch Nano-BHKWs) produzieren nämlich nicht nur Wärme für den Eigenbedarf, sondern auch Strom – eine effiziente Doppelnutzung des Energieträgers Erdgas. Das Prinzip wird seit Jahren erfolgreich im großen Rahmen eingesetzt: für Industrieanlagen, Wohnblocks und Gewerbeparks. Für den kleinen Rahmen – also für Ein- und Zweifamilienhäuser – sind Mikro-BHKWs leider noch sehr teuer und zudem nur mit Zusatzaufwand wirtschaftlich zu betreiben.

Die Kosten für eine stromerzeugende Heizung liegen bei 15–20.000 Euro, sind also sehr hoch. Die wärmegeführten Anlagen haben bei einem einzelnen Haushalt außerdem damit zu kämpfen, dass über den Tag und das Jahr sehr unterschiedlicher Bedarf an Wärme besteht. Wirklich wirtschaftlich laufen sie aber nur bei relativ gleichmäßigem Betrieb. Bis zu einem gewissen Rahmen kann die „zu viel“ produzierte Wärme in Pufferspeicher geleitet werden – die allerdings auch je nach Größe teurer werden. Ist der voll, schaltet sich die Anlage ab. Das wiederholte An- und Herunterfahren führt zu einem höheren Reparaturbedarf.

Stromerzeugende Heizungen sind ausgesprochen effizient in Mehrfamilienhäusern zu betreiben, da sich hier der Bedarf etwas einpegelt. Für Einfamilienhäuser eignen sich die heutigen Modelle noch nicht optimal – und für Niedrigenergiehäusern gar nicht.

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